Ozzy Osbourne kehrt mit neuer Platte zurück

Der Sänger von Black Sabbath zählt ohne Zweifel zu den Lichtgestalten des Heavy-Metal. Das Debüt-Album seiner Band erfand gewissermaßen das Genre, „Paranoid“ ist längst in die Musikgeschichte eingegangen. Seither hat der ehemalige und immer wieder Frontman von Black Sabbath eine wechselhafte Karriere hingelegt. Ob als Bandleader, Solo-Künstler, Erfinder der Festival-Tour Ozzfest oder gar als Reality-Star, Ozzy war immer im Gespräch. Nun kehrt er als Solo-Künstler mit neuer Platte auf die Bühnen dieser Welt zurück. So hatte es zumindest den Anschein.

Schon in den letzten Monaten hatte es immer wieder besorgniserregende Gerüchte über seinen Gesundheitszustand gegeben, doch Ozzy konnte diese erst vor wenigen Wochen ausräumen. Nach einer Operation im Nacken gestand er öffentlich seine Parkinson-Erkrankung ein. Sein gesundheitlich schwieriges Jahr glaubte der Rocker damit überwunden. Falsch gedacht.

Absage der Nordamerika-Tournee

Kurz vor Veröffentlichung seines aktuellen Albums „Ordinary Man“ holte ihn sein Fluch wieder ein. Dabei hatte er auf sich selbst geachtet und alles getan, um wieder vollständig fit zu werden. Schließlich sollte die anstehende Tournee zum neuen Album reibungslos über die Bühne gehen. Zum Fitness-Programm zählte nicht nur eine intensive Physiotherapie, sondern auch Pilates. Etwas, was man auf den ersten Blick nicht unbedingt mit dem „Prince of Darkness“ in Verbindung bringen würde. Doch das alles half nicht, Osbourne war gezwungen seine im Frühjahr anstehende Nordamerika-Tournee abzusagen. Die Gesundheit spielt nicht mit. Ozzy will sich im April für sechs bis acht Wochen in die Schweiz begeben, um eine neue Behandlung zu starten. Die Termine in Europa sind vorläufig von der Absage nicht betroffen und sollen so wie geplant stattfinden.

Wehmut spielt mit

Nun aber zum neuen Album, das am 21. Februar erschienen ist. Seine zwölfte Platte seit 1980 blickt ein wenig wehmütig auf sein Leben zurück. Selbstreflexion und Abschied stehen im Vordergrund. Der mittlerweile 71-jährige Ozzy Osbourne zitiert auf „Ordinary Man“ ein wenig sein Gesamtwerk und macht sich schon Gedanken darüber, ob es im Himmel denn Tee geben wird. Wie von seinen Solo-Werken gewohnt, ist die Musik kommerzieller ausgerichtet, als noch zu Black Sabbath Zeiten. An die Klasse deren letzten großen Werkes „13“ kommt „Ordinary Man“ bei weitem nicht heran, doch was solls. Ozzy ist eine musikalische Legende und es ist durchaus interessant, ihm beim Nachdenken zuzuhören. Er hat sich wieder jede Menge prominenter Gäste eingeladen, darunter Duff McKagen und Slash von Guns’n’Roses, Chad Smith von den Red Hot Chilli Peppers und Elton John. Die Gastauftritte von den Rappern Post Malone und Travis Scott überraschen dann doch und werden bei so manchem Metal-Fan für hochgezogene Augenbrauen sorgen.

„Ordinary Man“ ist eine durchaus solide Scheibe, die sich jedoch nicht mit den herausragenden Werken des „Godfather of Metal“ messen kann. Das ist aber auch gar nicht notwendig. Ozzy betreibt mit seinem Album Legendenpflege. Die Fans wird es freuen, wer mit dem Briten bisher nichts anfangen konnte, wird auch diese Platte ohne Interesse zur Seite legen. Bleibt zu hoffen, dass sich Ozzy Osbourne gesundheitlich wieder erholt. Es wäre nicht das erste Mal in seiner langen Karriere, die von vielen Höhen und Tiefen geprägt war.

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