Von der Nischenband zum Mega-Act

Metallica sind neben Iron Maiden die bekannteste und erfolgreichste Heavy Metal Band aller Zeiten. Verantwortlich dafür sind die zahlreichen Riesenhits, die das legendäre „Black Album“ im Jahr 1991 auf den Weg gebracht hatte. „Nothing Else Matters“ ist schließlich längst ein fixer Bestandteil der Popkultur geworden und erklingt nicht nur in Supermärkten, sondern auch auf Hochzeiten. Doch wie hat sich die Karriere der größten Metal-Band auf diesem Planeten in den letzten Jahrzehnten entwickelt und wie wurden Metallica zu einer Live-Maschine, die weltweit die größten Konzerthallen und Stadien füllt? Wir werfen einen Blick zurück auf die Geschichte von Metallica.

Die Gründung der Band geht auf Schlagzeuger Lars Ullrich zurück. Der Drummer wurde nach dem Besuch eines Konzerts der Hardrock-Legende Deep Purple dazu inspiriert einen anderen Weg, als sein Vater einzuschlagen. Der war schließlich Besitzer eines Jazzclubs und hatte andere musikalische Interessen. Seinen kongenialen Partner James Hetfield fand er durch eine Anzeige in der Zeitung. Die Originalbesetzung erlebte rasch zwei Umbesetzungen. Dave Mustaine musste gehen und gründete die Band Megadeath, die selbst ein höchst erfolgreicher Vertreter des Trash Metal wurde. Mit Kirk Hammett und Cliff Burton an Bord waren Metallica bereit die Welt zu erobern.

Ein tragischer Verlust und Aufbruch zu neuen Zielen

Das Debüt „Kill ´Em All“ und der Nachfolger „Ride The Lightning“ schlugen ein wie eine Bombe und krönten die Band zu den Königen des Trash Metal. „Master Of Puppets“ entwickelte den Sound weiter und gilt bis heute als eines der besten Metal-Alben aller Zeiten. Der Nachfolger „And Justice For All“ setzte den ersten Schritt in Richtung einer Öffnung. Zuvor musste die Band allerdings den tragischen Unfalltod von Cliff Burton verkraften, der nach einem Unfall mit dem Tour-Bus verstorben war. Jason Newsted kam als neuer Bassist in die Band. Die Single „One“ deutete bereits die Möglichkeiten an, die mit dem „Black Album“ realisiert werden sollten.

Ein tragischer Verlust und Aufbruch zu neuen Zielen
Ein tragischer Verlust und Aufbruch zu neuen Zielen

Der neue Produzent Bob Rock führte Metallica in eine neue musikalische Richtung. Kürzere Songs, persönlichere Texte und eingängiger Melodien sorgten kurz vor der Grunge-Revolution für Aufsehen. Die Platte wurde zum kommerziellen Zenit der Band. Rund 28 Millionen verkaufte Exemplare machten Metallica zu weltweiten Superstars. In weitere Folge musste die Gruppe allerdings dem Grunge-Hype Tribut zollen. Die endgültige Abkehr vom Trash Metal erwies sich als schwierig. Die Musiker begaben sich auf eine Findungsphase, die lange andauern sollte. Jason Newsted verließ die Band nach jahrelangen Streitigkeiten und wurde von Robert Trujillo ersetzt. Die Platte „Some Kind Of Monster“ und der gleichnamige Film dokumentierten dies erstmals in aller Öffentlichkeit.

Rückkehr zur den Wurzeln

Die Band wechselte danach neuerlich ihren Produzenten und setzte nun auf Rick Rubin. Der verordnete auf „Death Magnetic“ eine radikale Rückkehr zu den Wurzeln und versuchte den Sound von allem Überflüssigen zu befreien. Die Reaktionen waren gemischt, Metallica versuchten sich nach einigen Jahren Pause neuerlich an einem Befreiungsschlag. Gemeinsam mit Lou Reed nahmen die Musiker das Gemeinschaftsprojekt „Lulu“ in Angriff. Das experimentelle Album basierte auf Dramen des deutschen Autors Frank Wedekind. Das Album wurde nach Erscheinen heftig kritisiert und kassierte teilweise vernichtende Kritiken. Mit „Hardwired… to Self-Destruct“ erschien 2016 das bislang letzte Studioalbum von Metallica. Es markierte die erfolgreiche Rückkehr zu den Wurzeln.